4. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Charlotte Venema

Zum 4. Dialogforum „Wissen in Bewegung“ sprechen wir mit Charlotte Venema über ihre Arbeit als geschäftsführende Gesellschafterin der Corporate Learning Community (colearn.de) und ihre Erfahrungen bei der Einführung neuer und ungewöhnlicher Lernformate. Gemeinsam diskutieren wir: Welche alternativen Lernformate können verstärkt in die universitäre Lehre einbezogen werden? Und welche Impulse können davon für nicht-universitäre Bereiche ausgehen?


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1. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Prof. Dr. Uwe Schneidwind u.a.

Zum Start des Dialogforums „Wissen in Bewegung“ sprechen wir mit Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie), darüber wie sich die Rolle der Hochschulen in der Gesellschaft nach der Corona-Krise verändern wird und welche Folgerungen für einen gesellschaftlichen Wandel zu ziehen sind. Das Online-Event ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, in dessen Rahmen wir mit Gästen aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Dialog gehen den nachgehen, welche Hochschulen unsere Zivilgesellschaft in Zukunft braucht.

Uwe Schneidewind hat an der Bergischen Universität Wuppertal eine Professur für Nachhaltigkeit und Innovationsmanagement inne. Er war (bis Ende April 2020) seit 10 Jahren Präsident und Geschäftsführer einer der renommierten Forschungseinrichtungen für Nachhaltigkeit in Deutschland, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.

Vorher hat er als Präsident der Universität Oldenburg Forschung und Lehre im Bereich Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gefördert. Ab Mai 2020 engagiert er sich als Kandidat für das Oberbürgermeisteramt der Stadt Wuppertal für die Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Hochschule.
Sein 2018 erschienenes Buch „Die große Transformation. Eine Einführung in die Kunst des Gesellschaftlichen Wandels“ beschreibt die Fähigkeiten, die benötigt werden, kulturellen Wandel, kluge Politik, kreative Hochschulen, neues Wirtschaften und innovative Technologien miteinander zu verbinden.

Das Gespräch wird von Michael Spencer musikalisch gerahmt. Er ist Communication Director, Japan Philharmonic Orchestra sowie Visiting Professor & Research Fellow am Research Centre for Music and Culture an der Ueno Gakuen University (Tokyo) und Global Fellow an derTama Graduate School for Business (Tokyo).

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem Hochschulnetzwerk „Bildung durch Verantwortung“ statt, aus dessen Arbeitsgruppe „Hochschule der Zukunft“ sie im Kontext des internationalen Programms Societal Transformation Labs von Otto Scharmer (MIT und Presencing-Institut) hervorgeht. Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt durch das BMBF-Projekt „Mensch in Bewegung“, im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“.

Die jeweils 60-minütigen Termine der Veranstaltungsreihe finden jede zweite Woche (freitags, 13 Uhr) via Crowdcast statt: https://www.crowdcast.io/e/wissen-in-bewegung


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7. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Stark

Zum 7. Dialogforum „Wissen in Bewegung“ sprechen wir mit Prof. Dr. Wolfgang Stakr über sein langjähriges Wirken als Vorstand des Hochschulnetzwerks „Bildung durch Verantwortung“. Gemeinsam diskutieren wir: Welche Hochschulen braucht unsere Gesellschaft für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft? Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Forschung, Lehre und Praxis? Wie kann eine Hochschule der Zukunft den Dialog zwischen diversen Akteursgruppen gestalten?


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6. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Danilel Lang und Annika Weiser

Wir sprechen mit Prof. Dr. Daniel Lang und Dr. Annika Weiser über ihre Arbeit als Forscher*innen und Lehrende in Kooperationsprozessen im Bereich der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Daniel Lang verantwortet dort die transdisziplinären Lehrforschungsprojekte und leitet diverse nachhaltigkeitswissenschaftliche Projekte. Annika Weiser ist ehem. wiss. Mitarbeiterin im Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ und nun PostDoc und koordiniert das Modul „Wissenschaft trägt Verantwortung“.


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2. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Thomas Röbke

Zum zweiten Online-Event des Dialogforums „Wissen in Bewegung“ sprechen wir mit Dr. Thomas Röbke darüber, welche Anliegen die Zivilgesellschaft an die Zusammenarbeit mit Hochschulen heranträgt und welchen Beitrag die Wissenschaften für die Zivilgesellschaft leisten können. Das Online-Event ist Teil einer Veranstaltungsreihe, in deren Rahmen wir mit Gästen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Dialog treten – um der Frage nachzugehen, welche Hochschulen unsere Zivilgesellschaft in Zukunft braucht.


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3. Online-Dialogreihe „Wissen in Bewegung“: Im Gespräch mit Jens Badura

Am 5. Juni wird das Online-Dialogforum „Wissen in Bewegung“ erstmals in Kooperation mit der Konzertreihe „Jazz and More“ des Ingolstädter Bürgerhauses im diagonal ausgestrahlt. Im Rahmen des Dialogforums diskutieren die Gäste gemeinsam mit dem Kulturexperten Jens Badura darüber, wie sich Lernen zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft gegenwärtig verändert und welche Hochschulen unsere Gesellschaft künftig braucht.


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Kolloquium Transformierende Lehre

Unsere Welt wird sich ändern.
Unsere Welt muss sich ändern.
Transformierendes Lernen ist daher ein Schritt der Selbst- und Weltverantwortung, der systematischer Teil jeder guten Ausbildung und jedes guten Bildungsgangs sein sollte.


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CORONA-FORUM

„Wir benötigen gut ausgebildetes Personal“


Die Pflegewissenschaftlerin Ingeborg Eberl spricht über den Alltag in den Kliniken und die Anerkennung des Pflegeberufs

08.06.2020
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Das Corona-Forum ist ein gemeinsames Projekt von Donaukurier und Katholischer Universität Eichstätt-Ingolstadt. Im Forum greifen wir Fragen auf, die Leserinnen und Leser zur Corona-Pandemie eingereicht haben. In einer losen Serie von Beiträgen führen wir Gespräche mit Expertinnen und Experten der Universität. Diesmal nehmen wir die Frage einer Leserin auf, die danach fragt, wie viele Patienten auf die Intensivstationen verlegt werden mussten.

Frau Eberl, Sie sind nicht nur an der Katholischen Universität tätig, sondern auch an einem Klinikum in München. Wie sah der Klinikalltag in den vergangenen Wochen aus?

Momentan ist der Alltag in der Klinik stabil. Die Umstellung fand für uns vor den Ausgangsbeschränkungen statt – nachdem klar wurde, dass wir die Anzahl der verfügbaren Intensivbetten extrem schnell aufstocken müssen. Wir haben die Stationen dann zu Covid-Stationen umgebaut und mit zusätzlichen Beatmungsmaschinen ausgerüstet. Die Intensivkapazitäten konnten dadurch mehr als verdoppelt werden. Mit der Ausgangsbeschränkung kam die Zugangsbeschränkung zu den Kliniken. Das war ein wirklicher Einschnitt. Geplante Operationen wurden sofort abgesagt oder stark reduziert. In die Klinik durften nur noch sehr wenige Personen hinein – etwa zu den Menschen, die im Sterben lagen.

Eine Leserin fragt, wie viele Erkrankte mit schwerem Krankheitsverlauf auf die Intensivstation verlegt werden mussten?

Ungefähr ein Drittel der Patienten, die in der Klinik stationär behandelt wurden. Der Krankheitsverlauf war teilweise sehr heftig. Natürlich kennen wir Lungenversagen aus anderen Situationen. Das Ausmaß, in dem die Lunge befallen war, war aber schwerwiegender. Daher war die Tendenz da, schneller zu intubieren, um die Lunge zu unterstützen. Bei einem schwerwiegenden Ausfall der Lunge wurden die Patienten über längere Zeit in Bauchlage gelagert, teilweise auch über mehrere Wochen beatmet. Letztendlich ging es um das Überleben mit höchstmöglicher Therapie.

Wie haben alle Beteiligten die Situation erlebt?

In den ersten Wochen waren die Sorgen groß. Vor allem wegen der Berichte aus Italien und Spanien. Aufgrund der extremen Zahlen schlug die Unsicherheit gelegentlich auch in Angst um. Man wusste nicht: Steckt man sich an? Was ist, wenn viele Patienten kommen? Können wir das stemmen? Von Beginn an begleiteten daher Psychologen und Seelsorger die Arbeit. Auch für die Mediziner war es eine extreme Belastung, nicht zu wissen, wie die Krankheit verläuft. In einer solchen Situation ist es besonders herausfordernd, trotz der hohen Anspannung, Ruhe zu bewahren. Die eigenen Befürchtungen gegenüber den Patienten nicht durchkommen zu lassen, Ängste aber gemeinsam zu besprechen. Hier zeigt sich, was eine gute Führungs- und Teamkultur ausmacht.

Wie hat sich die Pflege während dieser Zeit verändert?

Alle, die mit den Patienten arbeiten, müssen Schutzkleidung tragen. Im Fernsehen waren die Bilder aus den Intensivstationen ja zu sehen. In extremer Vermummung zu arbeiten, ist aber sehr anstrengend. Wir haben uns schnell angewöhnt, viel über die Augen zu kommunizieren. Durch das aufwendige An- und Auskleiden sind kurze Pausen nicht möglich, da wir die Isolationszimmer nicht einfach verlassen können. Sehr beschäftigt hat uns auch, dass die herkömmliche Versorgung reduziert werden musste. Chronisch Kranke müssen aber weiterhin versorgt werden. Und natürlich werden auch Patienten mit einer akuten Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall eingeliefert. Da bestand und besteht immer noch die Sorge, dass diese nicht oder zu spät zum Arzt oder in die Notaufnahmen gehen und nicht angemessen versorgt sein könnten.

Es war immer wieder zu hören, dass nicht genügend Pflegepersonal verfügbar ist?

Ja, die vergangenen Monate haben sehr deutlich gezeigt, woran wir in unserem Gesundheitssystem arbeiten müssen. Entscheidend ist die Personalfrage. Zu Beginn der Krise konnten wir zum Beispiel Medizinstudierende anwerben. Nach einer kurzen Qualifikationsphase konnte diese unterstützend mitarbeiten. Aber natürlich können wir dadurch keine qualifizierten Pflegefachpersonen ersetzen. Schon gar nicht in spezialisierten Bereichen wie Onkologie oder auf Intensivstationen. Hier absolvieren die Pflegenden nach ihrer Ausbildung zusätzlich noch eine zweijährige Fachweiterbildung. Die Corona-Pandemie hat uns daher noch einmal vor Augen geführt, dass es nicht ausreicht, die Köpfe zu zählen. Wir benötigen gut ausgebildetes Personal. Das wussten wir schon vorher. Und das wird auch nach der Krise nicht anders sein.

Aktuell wird öffentlich diskutiert, wie „systemrelevante Berufe“ mehr Anerkennung erfahren können. Sind Bonus-Zahlungen der richtige Weg?

Fachberufe in Medizin, Pflege oder Physiotherapie sind wesentlich für die Gesundheitsversorgung. Wir alle haben einen gesellschaftlichen Auftrag. Ob man das „systemrelevant“ nennen muss? Entscheidend ist: Für eine angemessene Gesundheitsversorgung braucht es langfristig andere Anreize – und nicht nur, wie für die Pflegepersonen, einen Bonus während der Pandemie. Wir müssen junge Menschen gewinnen, die eine Ausbildung oder ein Pflegestudium angehen wollen. Die dies als einen interessanten und sicheren Beruf ansehen. Sie müssen wissen, dass ihre Arbeit honoriert wird. Und die Einrichtungen müssen dafür sorgen, ihre Mitarbeiter zu binden. Zeit- und Personalnot dürfen da nicht die Versorgung bestimmen. Wenn Pflegepersonen für zu viele Patienten oder Bewohner und ihre Angehörigen zuständig sind, können sie diese nicht entsprechend ihres beruflichen und ethischen Selbstverständnisses versorgen.

Was muss sich künftig ändern?

Gesundheitspolitik sowie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen müssen gemeinsam bessere Rahmenbedingungen schaffen. Wir dürfen aber nicht nur auf die Einrichtungen schauen. Gerade jetzt müssen wir uns auch fragen: Was geschieht in Familiensystemen, in denen die Situation schon vorher schwierig war? Wie können wir an Familien herankommen, die eine Begleitung benötigen? Es ist wichtig, diese aufsuchende Arbeit zu leisten, bevor etwas geschieht. Wir wissen aber auch, dass Familien mit pflegebedürftigen Mitbewohnern schwierig zu erreichen sind. Pflege ist ein Tabuthema. Neuere Ansätze wie „Familiy Health Nurse“ oder „Community Health Nurse“ können hier helfen, die Gesundheitsversorgung und die Vorsorge in Familie oder Gemeinde zu stärken.

Noch ein Blick in die Zukunft: Wird sich die Situation in den Kliniken weiter normalisieren?

Der Übergang in die Normalität erfolgt derzeit sehr behutsam: Wir versuchen, dort anzuknüpfen, wo wir zuvor abrupt aufhören mussten. Die Stationen werden langsam zurückgebaut. Abgesagte Operationen werden wieder durchgeführt. Natürlich besteht die Hoffnung, dass die Zahlen weiter stabil zurückgehen. Die Normalisierung ist aber sehr fragil. Daher bleiben wir auch in Vorbereitung. Wir müssen gerüstet sein, falls eine zweite Infektionswelle kommt. Das wird davon abhängen, ob sich die Leute weiterhin an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Manche protestieren dagegen, als brauche es diese nicht. Das halte ich für sehr gefährlich.

Das Gespräch führte Thomas Metten.

Prof. Dr. Ingeborg Eberl ist Professorin für Pflegewissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit der Gesundheitspflege in Familien, aber auch mit der Bedeutung der Epidemiologie für die Pflege.

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